8th April 2009

Gáldar

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Gáldar

Die 22.000 Einwohner zählende Stadt liegt im äußersten Nordwesten der Insel, 28 Kilometer von Las Palmas entfernt. Sie erreichen die Stadt am bequemsten von Las Palmas kommend über die neue und gut ausgebaute Küstenstraße. Dabei passieren Sie bei dem Örtchen San Felipe eine der höchsten Brücken Spaniens (128 Meter). Der schon von weitem sichtbare und vegetationslose 434 Meter hohe Vulkankegel Montaña de Gáldar weist dem Herannahenden zuverlässig den Weg. Der Berg grenzt auch den Ort zur nördlichen Atlantikküste ab. Als er sich aus dem Erdinnern erhob, wurde den angrenzenden Schluchten (Barrancos) der Zugang zum Meer versperrt. Gestein und Erde füllten die Schluchten, die dann durch Erosion zu einer großen fruchtbaren Ebene umgeformt wurden. Der Anbau von Bananen, Tomaten und Kartoffeln bildet heute die wirtschaftliche Grundlage der Stadt.

H I S T O R I E Gáldar rühmt sich, die erste Hauptstadt Gran Canarias gewesen zu sein. Vor der spanischen Eroberung war Gáldar (Urname Algaldar) neben Telde , der zweite altkanarische Königssitz der Insel. Hier residierte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts der kanarische König „Tenesor Semidan“. Nach der legendären Schlacht von Arucas im Jahre 1481, in der Guanarteme (Fürst) Doramas den Tod fand, geriet Tenesor Semidan in Gefangenschaft und wurde an den spanischen Hof in Toledo verschleppt. Von der Aussichtslosigkeit seiner Situation entmutigt, ließ er sich unter der Patenschaft des spanischen Königs Ferdinand in der Kathedrale von Toledo auf den Namen Fernando Guanarteme taufen. Als er auf den Archipel zurückkehrte, diente er der spanischen Krone als Vermittler, um seine früheren Untertanen von der Sinnlosigkeit ihres Widerstandes zu überzeugen. Auch bei der Eroberung von Teneriffa durch die Spanier wurde seine Hilfe in Anspruch genommen. In der Stadtkirche von Gáldar, der Iglesia de Santiago de los Caballeros, ist heute noch das „Pila Verde“ zu besichtigen. Ein grün glasiertes Keramiktaufbecken, in dem die ersten Ureinwohner nach der Eroberung getauft wurden. Am 24. Juli 1986 wurde in der Stadt vom spanischen König Juan Carlos I. ein Monument zu Ehren des altkanarischen Königs Tenesor Semidan eingeweiht.

D I E A L T S T A D T Das Ayuntamiento (Rathaus) befindet sich im Zentrum von Gáldar, der Plaza de Santiago. Im Innenhof des neoklassizistischen Bauwerks steht ein gewaltiger Drago (Drachenbaum), dessen Alter auf über 300 Jahren geschätzt wird. Seine Krone überragt das Dach des Rathauses. Auf der Südseite der Plaza erhebt sich die Kirche Santiago de los Caballeros. Mit dem Bau des Kirchengebäudes wurde im Jahr 1778 begonnen. Völlig fertig gestellt wurde die Kirche jedoch erst nach fast hundertjähriger Bauzeit 1872. Sie wurde auf den Grundfesten des ehemaligen Königspalastes der Guanartemen errichtet. Obwohl sich noch einige barocke Elemente an der Kirche befinden, handelt es sich um das früheste neoklassizistische Bauwerk auf den Kanarischen Inseln. Die Fassade ist von zwei Türmen eingefasst, welche als Glockenund als Uhrturm gestaltet sind. Die dreischiffige Kirche wurde aus Vulkansteinen der Umgebung gebaut und endet mit einem Querschiff, über dem sich die Kuppel wölbt. Im Innenraum befindet sich das bereits erwähnte „Grüne Taufbecken“ aus dem 15. Jahrhundert, worin die altkanarischen Bewohner von den Spaniern getauft wurden. Der Hauptaltar ist aus Holz geschnitzt, erscheint aber optisch als Marmor.

Von dem berühmtesten kanarischen Bildhauer Jose Lujan Perez (1756-1815) sind sechs Werke zu sehen. Außerdem gibt es in der Kirche noch Skulpturen von Roldan und Alonso Ortega. Unter den Gemälden befindet sich ein bemerkenswertes Bild des Apostels Jakob, welches ebenso wie das Christuskind im 15. Jahrhundert geschaffen wurde und Teil des ehemaligen Altarbildes war. In der Nähe des Rathauses, in der Calle Drago Nr.2 liegt ein Museum, dass dem Maler Antonio Padron (1920 – 1968) gewidmet ist. Freunde des Realismus können über 150 Exponate aus verschiedenen Phasen der künstlerischen Schaffenszeit des Malers bestaunen – von Ölgemälden über Zeichnungen und Radierungen bis hin zu Skulpturen. Seine Gemälde zeigen teilweise eine bäuerlicharchaische Vorstellungswelt.

D A S  E R B E  D E R  G U AN C H E N Guanchen war der Name der Altkanarier. In und bei Gáldar hat man Zeugnisse aus dieser Zeit entdeckt. Die „Cueva Pintada“ (bemalte Höhle) liegt am südwestlichen Ortsausgang von Gáldar. Die fünf mal fünf Meter große und knapp zwei Meter hohe quaderförmige Höhle zählt mit ihren gemalten Quadraten, Dreiecken und konzentrischen Kreisen zu den bedeutendsten Funden auf den Kanarischen Inseln. Heute können Sie die Höhlen unter fachkundiger Anleitung im „Museo y Parque Arqueologico Cueva Pintada“ besichtigen.

D I E   U M G E B U N G Etwa zwei Kilometer nördlich der Stadt bei „El Agujero“ wurde 1934 bei Ausgrabungsarbeiten ein großes Bestattungsgelände der Ureinwohner entdeckt, die „Necropolis de Gáldar“, in deren turmförmigen Steingräbern man wertvolle Beigaben fand. Außerdem fand man in einer Steinkammer 30 Mumien, von denen man glaubt, sie seien im 11. Jahrhundert einbalsamiert worden. Diese archäologischen Funde sind im Museo Canario in Las Palmas ausgestellt. Eine Besichtigung des Geländes ist nur unter fachkundiger Führung zu empfehlen. An der alten Küstenstraße nach Las Palmas (ausgeschildert Cuesta de Silva) befindet sich das wohl bekannteste Bauwerk Gran Canarias aus der prähispanischen Zeit, die Höhlenburg „Cenobio de Valeron“. In einer großen, ins Berginnere hineinragenden Felsspalte wurden auf mehreren Ebenen rund 300 Höhlen in den Tuffstein gegraben und durch Treppen und Gänge miteinander verbunden sowie mit Holztüren verschlossen. In einer höher gelegenen Höhle sind einfache geometrische Zeichnungen an einer Felswand zu sehen. Heute gilt es als so gut wie sicher, dass die teils natürlichen, teils von Menschenhand geschaffenen Höhlen als Getreidespeicher dienten. Hier wurde gelagert, was dem König als Tribut zu zollen war. In der gesamten Region um Gáldar wurden damals Gerste und Mais angebaut. Oberhalb der Höhlen befindet sich ein altkanarischer Tagoror (Versammlungsplatz). Auf dem Weg nach Agaetekönnen Sie einen „Abstecher“ nach Reptilandia machen. Seit 17 Jahren liegt der Reptilienpark am Hang des 510 Meter hohen Amagro. Rieseneidechsen und Schlangen, Krokodile, Land- und Wasserschildkröten, Skorpione und Vogelspinnen können im Freien und in einem Tropenhaus besichtigt werden. Das von den Einheimischen nur Guia genannte Städtchen wurde im 15. Jahrhundert als Vorort von Gáldar gegründet. Hier ließen sich die neu zugewanderten Spanier nieder. 1526 wurde Guia ein selbstständiger Ort. Er ist der Geburtsort des Bildhauers und Malers Jose Lujan Perez (1756 – 1815), dessen Heiligenstandbilder in allen bedeutenden Kirchen des Archipels zu finden sind. Er gilt als der berühmteste Sohn der Stadt. Zwei Gründe sprechen dafür, das Städtchen zu besuchen. Erstens zählt die Kirche „Iglesia de Santa Maria de Guia“ zu den bedeutendsten neoklassizistischen Kirchenbauten auf der Insel (Madonnenfiguren von Lujan Perez) und zweitens der berühmte „Queso de flor“, ein nach alter Tradition hergestellter Käse. Quelle: Hallo Grancanaria

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  • Gran Canaria ist der Inbegriff unbeschwerter Badefreuden. Die fast kreisrunde Hauptinsel der Kanaren – vor der Küste Nordwestafrikas gelegen – lockt das ganze Jahr über mit frühlingshaft milden Luft- und Wassertemperaturen. Aber Gran Canaria hat noch mehr zu bieten als Sonne, Sand und Reiserummel. Ein wenig entfernt von den belebten Stränden des Südens offenbart sich eine noch größtenteils ursprüngliche Inselwelt: An den Hängen der Täler leuchten weiß die kleinen Dörfer, deren Häuser mit kunstvoll geschnitzten Balkonen ausgestattet sind. Und zu den farbenprächtigen überschwenglichen Patronatsfesten und Prozessionen in den Dörfern sind Gäste stets willkommen. Auf unseren spezial-gran-canaria Seiten haben Sie die Wahl zwischen günstigen Charterflügen-Lastminute-Pauschal und Katalogreisen nach Gran-Canaria mit Bestpreisgarantie. Außerdem bieten wir Ihnen die aktuellen Angebote von Alltours, Neckermann und Schauinsland-Reisen nach Gran Canaria auf jeweils eigenen Veranstalter-Restplatzbörsen an.. Ihre Reise-Hotline berät Sie gerne und umfangreich zu Ihren Reisefragen. Nutzen Sie unser freundliches Service Team für Ihre persönlichen Reisewünsche. Günstige Reise wählen, buchen und bares Geld sparen.

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