8th April 2009

Die kanarischen Paradiesfeigen

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Wer Streit sucht auf den Kanarischen Inseln, der braucht nur mit fester Stimme zu behaupten, Christoph Kolumbus habe auf seiner zweiten Reise die ersten Paradiesfeigen von Gran Canaria in die Neue Welt hinübergenommen. Es wird sich dann unschwer jemand finden, der die kanarische Bananengeschichte anders kennt: Kolumbus schön und gut, aber er nahm die „bananos“, auch Paradiesfeigen genannt, nicht auf seiner zweiten Reise mit nach „Indien“, sondern auf seiner dritten – und schon gar nicht von Gran Canaria, sondern von La Gomera. Und ein dritter Diskutant dürfte sich einstellen und den Kolumbus mit einer abschätzigen Handbewegung vom Tisch fegen und sagen: Der Dominikanermönch Fray Tomas de Berlanga war es; im Jahre des Herrn 1507 ankerte hier in Las Palmas eine Flotte, die gen Westen fahren
wollte und es dann auch tat, und der Dominikaner ging von Bord, holte sich ein paar Bananenstauden, ging an Bord zurück und pflanzte sie in der Neuen Welt aus,mit Erfolg, wie man weiß.

Wissenschaftliche Betrachtung Die Wissenschaft und die Konversations- Lexika sind sich lediglich darin einig, dass die Banane ihre Urheimat in den Tropen der Alten Welt hat. Wer also auch immer die wohlschmeckenden Paradiesfeigen von den Kanarischen Inseln nach Amerika verpflanzte, es war eine Kulturtat. Mehr als zweihundert Jahre nach der ersten Reise von Kolumbus über den Atlantik verließ die Malerin Maria Sybilla Merian, Tochter des Kupferstechers Matthaeus Merian, im surinamischen Hafen Paramaribo ein holländisches Schiff und betrat den Boden der Neuen Welt – sie wollte Insekten und Pflanzen studieren und malen, ein wahrhaft abenteuerliches Unterfangen für eine Künstlerin im Jahre 1699. Auf dem Weg in die Wildnis voller neuer und kaum geahnter Flora und Fauna begegnete sie der Banane. Wohl zum erstenmal sah sie dieses Gewächs und widmete ihm ein Blatt. In ihrem berühmten Werk „Metamorphosis Insectorum Surinamensium“ ist es einer der am schönsten kolorierten Stiche.
Ein entscheidendes Übergewicht der Pflanze – Blüten- und Fruchtstand der Banane, wobei nicht auszumachen ist, ob dieses Exemplar zu einer der vielen Formen der Musa sapientum oder der Musa paridisiaca gehört. So unbekannt war im 18. Jahrhundert in Europa die Banane noch, dass die Autorin es für nötig hielt sie zu beschreiben: Jede Traube hat neun oder zehn Etagen, jede Etage trägt zwölf bis vierzehn Früchte, jede Traube ist so schwer, dass ein Mann sie gerade noch tragen kann. Wunderbar der vierfache Rhythmus, mit dem sich dieses tropische Kolossalgewächs sich auch farblich entfaltet, ein Schieben und Drängen, um zur Vollendung zu kommen, eine alles beherrschende Diagonale, die die Schmetterlingsstände an den Rand wegschiebt. Das Insekt ist Automeris liberia aus der Familie der Saturnidea. Man züchtet viele Spinner, um Naturseide zu gewinnen – allerdings gehört Bombyx mori, der eigentliche Seidenlieferant, anderswohin. In den Tropen und Subtropen Amerikas gibt es 180 Arten von Automeris, die einander und der abgebildeten Art sehr ähnlich sind. Die Raupen sind mit stark nesselnden Dornen oder Haaren besetzt. Aus dem Stich lässt sich ersehen, dass die Raupe sich in einem dichten Seidengespinst verpuppt: Man sieht den geöffneten Kokon, in ihm einen Raupenkopf, der zur abgestreiften Haut gehört.

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  • Gran Canaria ist der Inbegriff unbeschwerter Badefreuden. Die fast kreisrunde Hauptinsel der Kanaren – vor der Küste Nordwestafrikas gelegen – lockt das ganze Jahr über mit frühlingshaft milden Luft- und Wassertemperaturen. Aber Gran Canaria hat noch mehr zu bieten als Sonne, Sand und Reiserummel. Ein wenig entfernt von den belebten Stränden des Südens offenbart sich eine noch größtenteils ursprüngliche Inselwelt: An den Hängen der Täler leuchten weiß die kleinen Dörfer, deren Häuser mit kunstvoll geschnitzten Balkonen ausgestattet sind. Und zu den farbenprächtigen überschwenglichen Patronatsfesten und Prozessionen in den Dörfern sind Gäste stets willkommen. Auf unseren spezial-gran-canaria Seiten haben Sie die Wahl zwischen günstigen Charterflügen-Lastminute-Pauschal und Katalogreisen nach Gran-Canaria mit Bestpreisgarantie. Außerdem bieten wir Ihnen die aktuellen Angebote von Alltours, Neckermann und Schauinsland-Reisen nach Gran Canaria auf jeweils eigenen Veranstalter-Restplatzbörsen an.. Ihre Reise-Hotline berät Sie gerne und umfangreich zu Ihren Reisefragen. Nutzen Sie unser freundliches Service Team für Ihre persönlichen Reisewünsche. Günstige Reise wählen, buchen und bares Geld sparen.

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